Weingut Bele Casel

…alles begann vor über 40 Jahren, als mein Vater, der eine Ausbildung zum Winzer machte, meine Mutter kennen lernte. Somit auch meinen Großvater.
Zu dieser Zeit besaß mein Großvater, ein großartiger Landwirt, nur ca. ein Hektar Dessertwein. So wie alle Winzer damals, verkaufte auch er seine Produkte lokal.

Als mein Vater seine Ausbildung beendet hatte, begann er in einer Brennerei zu arbeiten. In seiner Freizeit half er meinem Großvater auf seinem Weingut. Nach einigen Jahren kamen dann ich (Luca) und meine jüngere Schwester Paola zur Welt. Außerdem begann ein neuer Geschäftszweig „the County“. Wir wuchsen mit unseren Großeltern – mütterlicherseits – auf, während unsere Eltern sich einen Traum erfüllten: jeden Tag nach der Arbeit, probierten sie ihren Wein, testeten und verbesserten ihn mit viel Einsatz und Opfern.

Diese Erinnerungen sind noch immer lebendig. Die ganze Familie half um täglich 200-300 Flaschen abzufüllen und händisch die Etiketten zu kleben. Sonntags fuhren wir persönlich zu unseren wenigen Kunden um zu liefern und sie persönlich zu treffen. Niemand sprach von ausländischen Märkten oder schon gar nicht von Internethandel. Geschäfte basierten noch auf wenigen Telefonaten und Handschlag.

Im Laufe der Jahre änderte sich alles. Im Weinhandel begannen sich alle im Ausland zu etablieren. Die Verkaufszahlen stiegen enorm, während wir uns fragten warum unsere harte Arbeit und Bemühung einen qualitativ hochwertigen Wein zu produzieren, keine Anerkennung fanden.

Eines Tages sollte sich alles zum Guten wenden. Wir erhielten einen Anruf eines amerikanischen Händlers, der auf der Suche nach „dem besten Prosecco weit und breit“ war. An einem kalten und regnerischen Tag kam uns dieser Händler besuchen. Natürlich waren wir alle sehr nervös und gespannt. Wir waren zwar von unserer sehr guten Qualität überzeugt, jedoch wussten wir, dass unser Weinkeller – nicht viel größer als eine Garage – nicht mit den umliegenden, großen Weingütern mithalten konnte.
Unser Englisch war damals nicht sehr gut und wir sahen uns eigentlich „nur“ als Weinproduzent und nicht als Verkäufer, der in die Welt expandiert.
Man kann sich, glaube ich, unsere Gesichter vorstellen bei dem Gedanken unter den vielen Weingütern ausgewählt worden zu sein.

Wir wuchsen 5 Jahre lang und machten natürlich auch Fehler, aus denen wir aber viel gelernt haben.
Eines hat sich aber über die Jahre nicht geändert: der Wunsch großartige Weine zu produzieren.

Nun sitzen wir nach dem Familienessen vor dem Computer und erzählen die Geschichte unserer Familie, die es schaffte ihren Traum zu verwirklichen.
Luca Ferraro
Weinbauer und Winzer